Die B1-Prüfung: Goethe oder telc — und wie du bestehst
B1 ist das Zertifikat, das in Deutschland echte Türen öffnet: Es ist die Sprachvoraussetzung für die Einbürgerung, für die Niederlassungserlaubnis und der Abschluss des Integrationskurses. Zwei Prüfungen dominieren: das Goethe-Zertifikat B1 und telc Deutsch B1 (der DTZ — Deutsch-Test für Zuwanderer — ist ein Sonderfall, siehe unten).
Goethe vs. telc im Überblick
| Goethe-Zertifikat B1 | telc Deutsch B1 | |
|---|---|---|
| Module | 4 einzelne Module — jedes kann einzeln abgelegt (und wiederholt!) werden | Schriftliche + mündliche Prüfung zusammen |
| Bestehensregel | 60 % pro Modul | 60 % im schriftlichen UND mündlichen Teil |
| Wiederholung | Nur das nicht bestandene Modul | Meist der ganze Teil |
| Anerkennung | Beide sind für Einbürgerung und Aufenthaltszwecke offiziell anerkannt | |
Praktischer Rat: Wenn dir eine Fertigkeit besonders Sorgen macht (meist das Schreiben), ist Goethes Modulsystem gnädiger. Wer einen Integrationskurs besucht, legt in der Regel den DTZ ab — mit B1-Ergebnis erfüllt er dieselben rechtlichen Anforderungen.
Die vier Teile und ihre Fallen
- Lesen (65 Min.): fünf Textsorten vom Blogeintrag bis zur Katalogseite. Der Gegner ist die Zeit — übe, in 10 Sekunden zu entscheiden, ob ein Text die Frage überhaupt beantworten kann.
- Hören (40 Min.): Durchsagen, Radio, Gespräche. Manche Texte laufen nur einmal. Lies die Aufgaben vor dem Audio — immer.
- Schreiben (60 Min.): drei Aufgaben — informelle E-Mail, Meinungsäußerung, formelle Nachricht. Lerne das Konnektoren-Set zwar…aber, deshalb, trotzdem, außerdem: Für Struktur gibt es explizit Punkte.
- Sprechen (ca. 15 Min., zu zweit): gemeinsam etwas planen, ein Thema präsentieren, Feedback geben. Die Präsentation folgt einer 100 % vorhersehbaren Fünf-Folien-Struktur — vorbereiten und laut üben.
Ein 6-Wochen-Plan (45–60 Min./Tag)
- Woche 1–2: einen offiziellen Modellsatz "kalt" bearbeiten, danach täglich Lese- und Hörtraining zu den schwächsten Aufgabentypen. Das Gerüst für den Meinungstext aufbauen.
- Woche 3–4: täglich einen Text schreiben, die drei Formate im Wechsel. Sprechtraining starten: Präsentation aufnehmen, anhören, verbessern, wiederholen.
- Woche 5–6: zwei komplette Simulationen pro Woche unter Zeitdruck. Dazwischen nur gezielte Fehlerreparatur — kein neuer Stoff.
Alle vier Fertigkeiten kannst du kostenlos in unseren Übungskursen trainieren — Lesen und Hören mit Verständnisfragen, Schreiben mit sofortigem KI-Feedback und Sprechen mit Aufnahme-Übungen.
Vom Lesen ins Üben
Lesen, Hören, Schreiben und Sprechen – kostenlose Übungskurse von A1 bis B2.
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